Politiker:innen und Bürger:innen finden gemeinsam tragfähige Lösungen

Seit der Soziokratie-Woche im März 2024 im Ö1-Radiokolleg interessieren sich auch Bürgermeister:innen für die soziokratischen Werkzeuge. Darum hat das Soziokratie Zentrum Österreich zwei Formate für diese Zielgruppe entwickelt: “Soziokratie in der Gemeinde? Geht das?“, ein Ganztagsworkshop für Gemeindevertreter:innen, und ein Moderationstraining für Bürgermeister:innen. Zum Auftakt findet die Tagung “Gemeinsam entscheiden in der Gemeinde-Politik, am 29. November 2025 in Wien statt, für die wir im Vorfeld inspirierende Interviews mit den Inputgeber:innen führen konnten. Alle Podcasts sind auf der Tagungsseite und in den News zu finden.

Einen Input wird uns am 29.11. in Wien auch wieder Frits Naafs, seit 19 Jahren BGM von Utrechtse-Heuvelrug (NL) geben, der schon 2019 bei unserem Soziokratie&Politik-Kongress über das Beteiligungsmodell seiner Gemeinde berichtet hat. Die wichtigsten Eckdaten zum “BOB-Modell” gibt es von Rita Mayrhofer im Policy-Paper. Spannende Einsichten erwarten wir auch von Prof. Dr.in Kathrin Stainer-Hämmerle, die als Politologin und bekannte Gemeinde-Expertin über die Chancen eines Kulturwandels durch “mehr Frauen im Gemeinderat” spricht, und darüber, wie man das Vertrauen der Politiker:innen in die Bevölkerung stärken kann. Sie haben richtig gelesen: Nicht nur mangelt es an Vertrauen der Bevölkerung in die Politik, sondern auch umgekehrt: die Politiker:innen schätzen meistens die Beteiligung der Bevölkerung zu wenig, meint Kathrin Stainer-Hämmerle. Soziokratische Werkzeuge können viel dazu beitragen, das Vertrauen auf beiden Seiten wieder zu stärken. Zwei Prozessbegleiter:innen werden uns über die Erfahrungen mit Konsententscheidungen in den großen Bürger:innen-Räten der letzten Jahre berichten: Martina Handler, die den Österreichischen Klimarat mitgestaltet hat, und Annemarie Felder, die den Guten Rat für Rückverteilung moderierte. “Der Konsent hat das Entscheiden revolutioniert”, sagt Martina Handler, Partizipationsexpertin der ersten Stunde, im Gespräch mit Barbara Strauch. Hier geht’s zu den Programmdetails sowie zur Tagungs-Anmeldung!

Im deutschsprachigen Raum gibt es mittlerweile fünf Soziokratie-Zentren. Nun wächst ein weiteres Pflänzchen in der Mitte Österreichs: Im Salzburger Seenland bereiten Ursula Brandner und Elisabeth Wasserbauer gemeinsam mit Barbara Strauch die Gründung eines Soziokratie Zentrums für Salzburg und Oberösterreich vor. Die ersten Termine stehen bereits fest: In Mattsee, nur 30 Minuten von Salzburg und nahe der oberösterreichischen Landesgrenze, finden zwei Kennenlernabende sowie zwei Durchgänge von Modul 1 und ein Modul 2 statt.

Infos zu Soziokratie in Salzburg und Oberösterrich und Anmeldung zu kostenlosen Kennenlernabenden: [email protected]

Gratis Kennenlerntermine:

  • 18. September 2025, 19.30 Uhr, Mattsee
  • 13. November 2025, 19.30 Uhr, Mattsee

Modul-Termine:


Die beiden Prototyp-Workshops an den Waldorfschulen Mauer (Wien) und Schönau (NÖ) wurden erfolgreich abgeschlossen. Aus dem Workshop in Mauer ist bereits ein erstes Nachfolgeprojekt entstanden.

In dem von uns begleiteten Workshop haben die Jugendlichen nach einer Brainstorming-Phase im Konsent ein gemeinsames Thema gewählt. Daraus entstand die Idee eines neuen Gesprächsformats: Zwei Menschen stellen sich gegenseitig Fragen aus einer speziellen „Speisekarte“. Je nach Zeit und Interesse beginnt man mit einer Einstiegsfrage (Vorspeise), vertieft sich über eine Hauptfrage (Hauptgang) und schließt vielleicht mit einer persönlichen Abschlussfrage (Dessert) ab. Dieses von den Jugendlichen entwickelte Format eröffnet eine neue Art des Kennenlernens und fördert gegenseitiges Verständnis.

Die Aktion wurde erstmals im Oktober 2024 am Platz der Menschenrechte in Wien umgesetzt und fand sowohl bei den teilnehmenden Passant*innen als auch bei den Jugendlichen, die die Gespräche initiierten, großen Anklang. Im Juni 2025 startete das Nachfolgeprojekt „Talking to a Stranger“ mit ebenso großem Erfolg in Liesing. Für September 2025 sind bereits vier weitere Termine in Wien fixiert (Details finden sich auf der Homepage der Aktion). Ziel ist es dabei, Menschen unterschiedlichster Altersgruppen miteinander ins Gespräch zu bringen.

Parallel dazu beginnt nun die nächste Phase des AYP-Projekts: Die Projektpartner haben einen Guide für Jugendliche entwickelt, der sie beim Start und bei der Einreichung eigener Erasmus+ Jugendprojekte unterstützt. Dieser Leitfaden wird bis Ende September anhand echter Projektanträge erprobt.

Weitere Informationen und Kontaktdaten zum Projekt AYP finden sich auf der Projekt-Website.