Amara von der Gemeinschaft Wandelhof in Gümmenen schreibt

Zum ersten Mal bin ich in einem Verein mit Soziokratie in Berührung gekommen, als ich Teil einer offenen Wahl war. Mich hat das Vorgehen fasziniert und ich wollte mehr über die Soziokratie erfahren. Bei Recherchen im Internet bin ich auf Kim Jana Degen gestossen und habe Sie für eine Online-Inputveranstaltung für unsere Gemeinschaft engagiert. Mir schien die Art der Organisation und Entscheidungsfindung ideal für eine Gruppe die sich als Gemeinschaft zusammenfindet und schon von Natur aus nicht die üblichen Hierarchiestufen hat. Über Kim Jana bin ich zum Soziokratie Zentrum Schweiz gekommen und habe mich für das erste Modul angemeldet. Obwohl es Online war, was ich eigentlich nicht mag, war es absolut super und ich habe viel gelernt. hier weiterlesen Wir haben dann auch in unserer Genossenschaft die offene Wahl des Vorstandes inkl. Präsidium ausprobiert, was wirklich eine tolle Erfahrung für die Gruppe war. Auch für Entscheidungsfindungen in herausfordernden Themen wie z.B. der Absegnung des Leitbildes in geschriebener Form oder der Organisation eines Festes probierten wir die Entscheidungsfindung im Konsent. Nach dem Modul 1 war für mich auch klar, dass ich noch mehr lernen wollte.
Im Modul 2 hat mir sehr gefallen, dass wir mit einer Kleingruppe ein konkretes, echtes Projekt bearbeiteten und so selber Erfahrungen sammeln konnten. Das hat mich total motiviert bei uns in der Gemeinschaft mehr davon einzubringen und es hat mir so gut gefallen, dass ich entschieden habe, die Ausbildung zur soziokratischen Gesprächsleiterin zu absolvieren.  Ich habe auch gemerkt, dass es in einer Gruppe wichtig ist, dass sich mehrere Menschen der Gruppe konkret und vertieft mit der Soziokratie beschäftigen wollen, damit die neue Form richtig Fuss fassen kann. Dazu sehe ich auch die Notwendigkeit bei einer wirklichen Einführung der Organisationsform der Soziokratie eine externe Begleitung zur Unterstützung beizuziehen. Vorerst ist unsere Gruppe gerade noch nicht soweit. Ich habe jedoch nun den ersten Lernkreis besucht und merke, dass jede Begegnung mit der Soziokratie mein Verstehen vertieft. Die Ausbildung beim Soziokratie Zentrum Schweiz ist sehr praxisorientiert, konkrete Beispiele werden behandelt, der Austausch untereinander ist bereichernd und wertschätzend. Ich freue mich auf ein weiteres Eintauchen.

Von 5.-9.7.21. fand das erste physische Treffen für die vom SoZeÖ eingereichte Erasmus+ Strategische Partnerschaft statt.

SONEC – Sociocratic Neighborhood Circles

34 Teilnehmer*innen aus 6 Europäischen Ländern haben ihre Zusammenarbeit bei ihrem ersten physischen Treffen vertieft und gemeinsam gestaltet. Das Ziel des Projekts ist es, Wissen über die politische Kraft von soziokratischen Nachbarschaftskreisen zu generieren und ein Konzept für deren Umsetzung im Europäischen Kontext auszuarbeiten. Das Resultat der SONEC-Partnerschaft wird ein Manual für Gemeinden und Städte sein, in welchem die Einführung von Nachbarschaftskreisen zur Unterstützung der Europäischen Entwicklungsziele beschrieben wird und unter freier CC-Lizenz veröffentlicht wird.

Hier entsteht die Website für das Projekt: https://neighborocracy.eu/


Dieses Projekt ist kofinanziert durch das Erasmus+ Programm “Cooperation for innovation and the exchange of good practices  –  Strategic Partnerships for adult education”

 

Hybrid = Präsenz- und Online-Teilnehmer*innen, gemeinsam in einem Seminar

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Das Soziokratie Zentrum Österreich bietet einzelne Seminare auch mit dem Hinweis “hybrid-ready” an.

Unsere Teilnehmer*innen haben dabei die Option, ob sie “physisch” oder “remote” in Echtzeit vom Büro oder Homeoffice aus am Seminar teilnehmen.

Gerade in unsicheren Zeiten mit COVID hilft das den Teilnehmer*innen und auch uns als Bildungsanbietern zur Planungssicherheit von Seminaren.

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Innovative Seminartechnik, und damit erfahrene Trainer*Innen und Co-Hosts sorgen für ein neues Seminarerlebnis, welches der gewohnten Qualität eines rein-physischen Seminars entspricht, ohne störende Nebenwirkungen.

Unsere Seminarräume sind mit hochwertiger Audio/Video-Technik ausgestattet, um eine reibungslose Kommunikation in beide Richtungen zu gewährleisten.

Wir gewährleisten Online-Teilnehmer*innen die gleichen Interaktionsmöglichkeiten, welche Teilnehmer*innen vor Ort haben, und achten auf eine gute Lernatmosphäre und Gruppendynamik.

Die Online-Teilnehmer hören sowohl die Trainer*in als auch die anderen Kursteilnehmer*innen, sehen die von der  Trainer*in präsentierten Inhalte sowie ein Live-Video vom Seminarraum. Sie werden immer wieder aktiv in den Kurs einbezogen und können auftretende Fragen direkt an die Trainer*in oder andere Teilnehmer*innen richten, da sie per Ton und Video in den Seminarraum übertragen werden.

In unseren Hybrid-Seminaren kommt jeweils ein Co-Host zum Einsatz, der ausschließlich die Betreuung der Online-Teilnehmenden übernimmt und diese aktiv in das Seminargeschehen einbindet und bei Gruppenübungen begleitet.

Online-Teilnehmende (Zoom) und Inhalte am interaktiven Board (Miro) sind im Seminarraum jeweils auf eigenen Großbild-Displays zu sehen.

Alle Inhalte und Präsentationen stehen sowohl Online- als auch Offline-Teilnehmenden auf einem interaktiven Board in Echtzeit und nach dem Seminar als Dokumentation zur Verfügung.

Soziokratie-Botschafter*in Michaela Moser Sonderdruck Moser Politik Care - Verlag Grünewald

“Politik ist Care”

In einem philosophischen Beitrag erschienen 2021 im Verlag Grünewald, schreibt Michaela Moser über Politik, Gemeinwesen und Soziokratie, die methodisch dazu beiträgt, dass tatsächlich und ganz im Arendt’schen Sinne sich so gut wie »alle Angelegenheiten durch das Miteinander-Reden und das gegenseitige Sich-Überzeugen« regeln. Weiterlesen: Download des gesamten Beitrags als PDF


Profilbild - Michaela Moser

Michaela Moser

Studium der Theologie, Philosophie und Public Relations

Seit 1995 Mitarbeit in Jugend-, Frauen- und sozialen Organisationen

Seit 1998 Mitarbeit im Koordinationsteam der Armutskonferenz und im Executive Committee des European Anti Poverty Networks EAPN,

2006-2012 Vizepräsidentin des EAPN

2004-2012 Leitung des PR-Büros der Dachorganisation der staatlich anerkannten Schuldenberatungen (asb)

Lehraufträge zu Sozialethik, Sozialpolitik, Armut, Lebensqualität und Verteilungsfragen an den Universitäten Innsbruck, Salzburg, Graz, und Winchester, sowie an der Wirtschaftsuniversität Wien.

Mitglied des Beirats für den Bürger*innen-Rat zur Weiterentwicklung der Demokratie im Juni 2021

Sonderdruck – Moser Politik Care 220 231

Am 12. März hat Werner Kratochwil mit dem Zertifizierungsgespräch seinen Weg zum CSE – Certified Sociocracy Expert erfolgreich abgeschlossen. Gestartet war Werner Kratochwil als Interner SKM-Trainer beim Verein Generation Grundeinkommen, hat sich jedoch bald entschieden, auch die Experten-Ausbildung zu machen. Nun beginnt für ihn ein neuer Lebensabschnitt als professioneller Berater für Soziokratie-Implementierungen. Da er als IT-Fachmann auch viel unternehmerische Erfahrung aufzuweisen hat, begleitet er inzwischen neben einer NGO auch Soziokratie-Einführungen in IT-Unternehmen. Wir empfehlen Werner allen kleinen und mittleren Organisationen, aufgrund seines tiefen Soziokratie-Verständnisses, seiner Kompetenz als Prozessbegleiter und seiner jahrelangen Erfahrung in soziokratischen Organisationen.

Praxistag – 10 Jahre Soziokratie in Österreich

4. September 2021, 10:00 – 18:00 @ Maria-Lassnig-Straße 32, 1100 Wien

Anmeldung hier

 

Es gibt viel Information und Austausch am 4. September 2021, von 10-18h in Wien! Menschen aus etwa 20 soziokratischen Organisationen, Unternehmen, Schulen, Sozialprojekten und Netzwerken treffen sich mit interessierten Gästen zu einem Austausch.

Zum Beispiel werden wir die Erfahrungen von Eltern und Lehrkräften aus der KreaMont-Schule (SKM seit 2014) hören, wo inzwischen auch die Schüler*innen in die Mitbestimmungsstrukturen eingebunden sind.

Der OE-Beauftragte von S.I.E. (SKM seit 2017) wird uns von den Auswirkungen der SKM auf das IT-Unternehmen berichten, und wir treffen Mitglieder aus den ersten soziokratischen Wohnprojekten, wie wp-wien, LebensGut Miteinander, Pomali und Mauerseglerei, die bereits auf 8-11 Jahre mit soziokratischen Entscheidungsstrukturen zurückblicken können.

 

Feiern Sie mit uns 10 Jahre Soziokratie in Österreich!

Ins Gespräch kommen werden wir auch mit einigen “jungen” soziokratische Unternehmen, die seit 1-2 Jahren Erfahrungen mit SKM machen, zB. das Naturkosmetik-Unternehmen CulumNatura, eine IT-Beratungsfirma, zwei Wiener Sozialservice-Anbieter und weitere Schulen und Gemeinschaften.

Wir freuen uns, dass zur Feier des Tages auch zwei Gründerinnen des ElKeSo unserer Einladung gefolgt sind und über die ersten SKM-Implementierungen in Griechenland erzählen werden. Z.B. das soziokratische Jugendparlament in der Gemeinde Thermy, wo alle 15-29-jährigen in den 14 Dörfern auf soziokratische Weise selbst Lösungen für ihre Probleme finden, inzwischen auch (mit soziokratischen Statuten) verbunden mit dem Gemeinderat.

Wir präsentieren Ihnen auch die Ergebnisse des Wirkungsmessinstruments und diskutieren deren Auswirkungen auf die internationale Verbreitung der Soziokratie mit Pressevertreter*innen. Das Wirkungsmessinstrument wird soeben in Englisch übersetzt, weil unsere englischsprachigen Kolleg*innen großes Interesse daran gezeigt haben, es ebenfalls  zu nutzen.

Wir zeichnen die ersten Soziokratie Botschafter*innen aus

Last but not least freuen wir uns sehr, am 4. September 2021 unsere ersten Soziokratie-Botschafter*innen auszuzeichnen, die auf Einladung des SoZeÖ Fallstudien ihrer Soziokratie-Implementierung in der eigenen Organisation verfasst haben und seit Jahren als Multiplikator*innen für die Verbreitung dieser effektiven Methode sorgen. Alle haben entweder selbst die Theorie-Seminare der CSE-Ausbildung besucht, oder eine Interne SKM-Trainer*innen-Ausbildung gemacht. Damit sind sie befähigt, für die nachhaltige SKM-Anwendung in allen Organisationen zu sorgen, in denen sie Mitglied sind. Sie halten Vorträge auf Konferenzen und leiten kleine Workshops, schreiben Artikel über Soziokratie und sprechen über SKM in ihren Lehrveranstaltungen.

 

Michaela Moser und Judith Pühringer

präsentieren die SKM-Anwendung in der Österreichischen Armutskonferenz mit Einbezug der von Armut betroffenen Menschen seit 2017. Michaela Moser ist auch Bewohnerin im wohnprojekt-wien und verbreitet die SKM auch als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Ilse Arlt Institutes für Soziale Inklusionsforschung an der FH-St. Pölten. Judith Pühringer, Grüne Abgeordnete in Wien, die zusammen mit Michaela Moser die SKM in der Armutskonferenz eingeführt hat, praktiziert u.a. SKM auch als Vorstandsmitglied der Genossenschaft für Gemeinwohl.

Rita Mayrhofer

wird eine Fallstudie über den Weg mit der SKM in der KreaMont-Schule, St. Andrä-Wördern, NÖ, verfassen, inklusive SKM in den Statuten, Topkreis-Gründung und Mitbestimmung der Schüler*innen. Rita Mayrhofer unterrichtet auf der BOKU-Wien als Landschaftsplanerin, wo sie u.a. soziokratische Moderation in ihrer Studien-Kommission praktiziert, und hat den Verein „Das Gemeinwesen“, als Initiative für soziokratische Nachbarschaftskreise in St. Andrä-Wördern gegründet.

Siegfried Vogel

Ist OE-Beauftragter bei S.I.E Solutions, Lustenau, Vorarlberg, wo er seit 2016 als Initiator der SKM-Implementierung das Unternehmen in eine positive Zukunft begleitet. Neben der SKM nutzt die S.I.E. auch weitere innovative Ansätze, um deren gutes Zusammenwirken er sich kümmert. Siegfried Vogel ist auch Mitglied der Plattform V, die seit einigen Jahren durch vernetzte Kollaboration zwischen Unternehmen für zukunftsfähige Innovationen im Ländle sorgt.

Guido Güntert, Geschäftsführer der Lebenshilfe Salzburg, stellt in seiner Fallstudie die Einführung von Selbstorganisation mit soziokratischen Elementen in Teilen der Lebenshilfe Salzburg vor. Guido Güntert ist auch Mitglied in einer Salzburger Cohousing-Initiative, die sich soziokratisch organisiert hat, und ist neben vielem anderen sehr aktiv als Referent und Summit-Gastgeber bei den Pioneers of Change.

 

Sie alle haben erlebt, wie die auf Gleichwertigkeit beruhenden soziokratischen Entscheidungsstrukturen die vorhandenen Potentiale zu erschließen helfen und in ihren Teams freudvolles Arbeiten an der gemeinsamen Zielerreichung ermöglichen.

 

KEEP THE BALANCE

Das Konsentspiel für mehr Zusammenhalt und Gemeinschaft

In unseren Open-Space Räumen wird es neben dem Intensiv-Austausch mit den verschiedenen Anwender-Gruppen auch die Einladung zum offline-Testspielen mit der Beta-Version des neuen Brettspieles geben – mit Flasche und Balancebrett. Die Grafiken sind fertig, die Prototypen gebastelt und es kann losgehen: Üben wir gemeinsam die Soziokratische Gesprächsführung spielerisch beim Praxistag – 10 Jahre Soziokratie in Österreich.

 

Anmeldung hier

Wir freuen uns sehr auf Ihren/Deinen Besuch!

Reisebericht von Barbara Strauch

Drei Wochen – drei Orte. Start in Chania, auf der Insel Kreta, dann eine Woche in Athen und zuletzt in Thessaloniki, wo am 30. Oktober 2020 der COVID-Lockdown startete. Trotzdem bin ich am 2. November sicher – und dankbar – am Vienna International Airport gelandet.

Ein Erasmus+ Soziokratie-Angebot auf Kreta

Die kleine Organisation Fractality, geleitet von Markos Perrakis, organisiert Erasmus+ Austausch-Programme in Griechenland. Markos ist einer der Pioniere des ElKeSo, des Elleniko Kentro Soziokratias, welches im Sommer 2018 seine erfolgreiche Reise in die Zukunft gestartet hatte. Bereits im April 2019 lud Markos Perrakis mich ein, zusammen mit Fractality ein 2-teiliges Soziokratie-Ausbildungsangebot für Menschen von NGOs aus allen Teilen Europas zu ermöglichen.

Von 12.-18. Oktober waren nun zum ersten Teil insgesamt 11 Teilnehmer*innen aus Deutschland, Österreich, Estland und Griechenland gekommen. 5 TN aus Litauen konnten wegen COVID-Restriktionen leider nicht nach Griechenland einreisen.

Umso mehr habe ich mich gefreut, dass Chrisostomos und Stella, die beide für eine Cooperative von ca. 30 Bauern in der Umgebung von Chania in Kreta arbeiten, kostenlos an dem Erasmus+Programm teilnehmen konnten. Sie haben beide einen großen Gefallen an der SKM gefunden und werden alles daran setzen, beim zweiten CSE-Jahrga

ng, der im Juni 2021 in Griechenland startet, teilzunehmen. Das lässt hoffen, dass es bald soziokratische Organisationen auf Kreta geben wird! 

Übrigens: Das Hotel lag direkt am wunderschönen Strand, und Schwimmen im 23 Grad-warmen Meer ist Mitte Oktober herrlich!

 

Der erste griechische CSE-Jahrgang 2019 – Modul 8

Wunderschöne Nachtfahrt mit der Fähre von Chania nach Piräus/Athen. Der Bug des Riesen-Schiffes ist aus der Luke meiner Kajüte fotografiert.

Meine zweite Station war Athen, wo sich die 8 Teilnehmer*innen des CSE Jhg 2019 zu ihrem Modul 8 getroffen haben. Athen zeigte sich im Oktober von seiner besten Seite. Es ist grün, voller Bäume und Parks, warm aber nicht heiß. Mein rbnb-Appartment gegenüber dem Kinderkrankenhaus war ruhig gelegen, in Richtung der St. Thomas-Kirche mit dem großen Park rundherum. Nur die Kirchenglocken und der Gesang der Orthodoxen Priester haben mich morgens geweckt.

 Der Austausch mit den CSE in Ausbildung beim Modul 8 war enorm wichtig. Neben der ausführlichen Supervision aller Implementierungsprojekte, wurde das in den Modulen 1-7 erlernte Wissen aufgefrischt und die zukünftige Professionalität weiterentwickelt. Denn man muss auch in Griechenland als CSE erfolgreich sein können. Die ersten bezahlten Implementierungsprojekte zeigen, dass das geht. Die aktuellen soziokratischen Implementierungen sind: 

  • Eine Maschinenbau-Firma in Thessaloniki mit ca 15 Angestellten, die zur Übergabe der Verantwortung vom Vater an den Sohn mit der SKM unterstützt wurde. Alle Mitarbeitenden sind nun in die Grundsatzentscheidungen eingebunden. Begleitung: Anna Fillipou.
  • Das Jugendparlament in Thermy (nahe Thessaloniki). Begleitet von Sofia Kyprianidous und Naya Tselepi.
  • Eine Handelsgesellschaft mit 35 Mitwirkenden, konnte im letzten Jahr auf Wunsch des Eigentümers mithilfe der SKM in eine Kooperative umgewandelt werden. Mit Standorten in Athen und Thessaloniki. Begleitung: Alexandros Kostis.
  • Das „Ecological Movement of Thessaloniki“, eine 30 Jahre alte NGO, bestehend aus drei Sozial-Projekten zur Umsetzung von Solidarität und ökologischen Zielen), einer Partei und vielen Mitgliedern, konnte den Schwung der Soziokratie zur Erneuerung der Vision gut brauchen. Begleitung: Anna Fillipou.
  • Ein kleines Projekt in Thessaloniki mit 5 Mitgliedern, die Kunst-Projekte in Schulen anbieten. Begleitet von Verena Fink.
  • Ein Start-up zur Verwirklichung eines Schulprojektes in Korinth. Begleitet von Alexander Kostis.

Besonders schön war, dass bei den drei „Open Workshops“, die ebenfalls in diesen Wochen in Athen und Thessaloniki stattgefunden haben, bereits Führungskräfte der soziokratischen Organisationen anwesend waren und allen Teilnehmenden von den Erfolgen, aber auch Herausforderungen ihrer SKM-

Einführungsprozesse berichten konnten.

 

 

Das ElKeSo – Elleniko Kentro Soziokratias – in Gründung

Diese 8 und weitere 4 Mitglieder haben in den letzten zwei Jahren das ElKeSo aufgebaut

www.sociocracy.gr die Webseite ging vor ca 4 Wochen online.

Mit 12 Gründungsmitgliedern ist das ElKeSo das Mitglieder-stärkste Soziokratie-Zentrum bei der Gründung. Wir haben am 24. Oktober in Athen einen Tag zur Evaluation der Kreisstruktur verwendet. Die im letzten Jahr kreierte Struktur hat gut funktioniert. Das Ergebnis sind die Webseite, die soziokratischen Statuten, zwei Regionskreise mit zahlreichen Veranstaltungen, und der Educational-Circle, der mit 5 weiteren Diplomierten Gesprächsleiter*innen und 3 die bald ebenfalls die Voraussetzungen erfüllen, im Juni 2021 den neuen CSE-Jahrgang in Griechenland starten wird. Befüllt wird diese nächste Gruppe bereits aus den eigenen Modulen 1 + 2, die das ElKeSo seit Beginn 2020 organisiert. Aus den bereits erfahrenen CSE i.A. wurde ein Trainer*innen-Team gewählt, das die Module leitet. Alle ElKeSo-Mitglieder sind enorm motiviert, an der Verbreitung der SKM in Griechenland mit hohem Engagement mitzuwirken. Es lohnt sich, die Webseite anzuschauen. Die automatischen Website-Übersetzungsmaschinen helfen die Texte ins Deutsche zu übersetzen.

 

Jugend-Nachbarschaftsparlament in Thermy

Mein absolutes Lieblingsprojekt ist das erste soziokratische Jugend-Nachbarschaftsparlament Europas, das in der Stadt-Gemeinde Thermy bei Thessaloniki im März diesen Jahres gestartet wurde. Thermy hat 50.000 Einwohner. Da es in den letzten Jahren zunehmend Vandalismus von Jugendlichen gab, wollte man eine Veränderung für die jungen Menschen ermöglichen, an der sie direkt beteiligt sein können. 

Leider konnte das vereinbarte Treffen mit 8 jungen Representant*innen nur online stattfinden. Es war nichtsdestotrotz unglaublich berührend zu sehen, wie junge Leute zwischen 15 und 29 Jahren mithilfe der Soziokratie in ihren Dörfern und Stadtteilen damit begonnen haben, sich zusammenzutun um etwas zu bewegen. Die 8 gewählten Respresentant*innen haben unisono mit viel Dankbarkeit und Stolz berichtet, wie sehr sie von der Soziokratie begeistert sind, und was sie damit bereits alles in ihren Nachbarschaften selbstorganisiert bewegen konnten. Die ersten beiden Nachbarschaftskreise sind schon in ihr „Office“ eingezogen, das ihnen von der Stadt Thermy auf Anfrage zur Verfügung gestellt wurde. Die ersten 8 Nachbarschaftskreise werden seit dem Start, im März 2020, also unmittelbar am Beginn der COVID19-Krise, von Naya Tselepy und Sofia Kyprianidou begleitet. Weitere werden folgen. Anfang Dezember soll der erste „General Circle“ mit den Delegierten aus den Nachbarschaftskreisen stattfinden. An soziokratischen Statuten wird gearbeitet. Ob die jungen Leute auch einen Sitz im Stadtparlament bekommen werden, wird sich noch zeigen. Inzwischen schauen andere Gemeinden und Städte sehr interessiert nach Thermy, was denn hier passiert. Es gibt ein reges öffentliches Interesse und viele Artikel in Zeitungen und Sozialen Medien.

Die Initiative zu diesem soziokratischen Jugend-Nachbarschaftsparlament stammt von George Koulaouzidis, der 2018 John Buck – und die Soziokratie – auf einem Kongress in den USA kennengelernt hatte. George war bis Juni 2020 Geschäftsführer der Gemeinde Thermy, unterrichtet an der Universität in Thessaloniki und konnte den Stadtrat bewegen, dieses Projekt zu starten. Somit haben Sofia und Naya ihre ersten bezahlten Aufträge als angehende Soziokratie-Expert*innen, was ihnen große Freude macht. Neben der Coachings mit mir als ihre CSE-Mentorin, können die beiden Frauen auch auf die fachliche Unterstützung von Joseph Rathinam zurückgreifen, der als Master-Trainer für Nachbarschaftsparlamente in Indien, seine enorme Erfahrung mit Jugend- und Kinderparlamenten einbringt. Nachbarschaftsparlamente in Indien sind nicht doppelt gekoppelt. Statt dessen sind die Delegierten jederzeit rückrufbar. In Thermy löst man das mit kurzen Funktionsperioden. Bei 14 Nachbarschaftskreisen wäre der General Circle mit doppelter Koppelung sonst zu groß.

Am 6. November startete nun auch das vom SoZeÖ eingreichte und von der EU bewilligte Erasmus+Projekt „SONEC – Sociocratic Neighborhood Circles“, mit der großen Auftaktveranstaltung, die leider auch online stattfinden musste. 9 Organisationen aus 6 Europäischen Ländern waren mit insgesamt 40 Participants beim 5-tägigen Auftakt dabei. Diese Geschichte erzähle ich dann im Sommer 2021, wenn wir die ersten Schritte getan haben werden.

Von 9.-13. Nov. fand der Auftakt für die vom SoZeÖ eingereichte Erasmus+ Strategische Partnerschaft statt.

SONEC – Sociocratic Neighborhood Circles.

42 Teilnehmer*innen aus 6 Europäischen Ländern haben online ihre Zusammenarbeit  in einer soziokratischen Kreisstruktur gestartet. Das Ziel ist es, Wissen über die politische Kraft von soziokratischen Nachbarschaftskreisen zu generieren und ein Konzept für deren Umsetzung im Europäischen Kontext auszuarbeiten.  An 2 der 5 Tage gab es einen WS mit Joseph Rathinam, unserem Neighborocracy-Master Trainer, der den Teilnehmer*innen einen Einblick in die Erfolge der Nachbarschaftsparlamente in Indien ermöglichte. Das Resultat der SONEC-Partnerschaft wird ein Manual für Gemeinden und Städte sein, in welchem die Einführung von Nachbarschaftskreisen zur Unterstützung der Europäischen Entwicklungsziele beschrieben wird und unter freier CC-Lizenz veröffentlicht wird.

Wir halten euch auf dem Laufenden.

Update! hier entsteht der Webauftritt für das Projekt: https://neighborocracy.eu/


Dieses Projekt ist kofinanziert durch das Erasmus+ Programm “Cooperation for innovation and the exchange of good practices  –  Strategic Partnerships for adult education”

 

Originalbericht unter: ORF.at 

9. Oktober 2020, 19.39 Uhr

Klassensprecher-Wahl mit mehr Bewusstsein

In der Mittelschule Bregenz-Schendlingen hat die Wahl des Klassensprechers dieses Jahr anders stattgefunden. Es zählten letztendlich die Argumente und nicht die Anzahl der Stimmen. Ziel ist es, den Schülern Wahlprozesse näher zu bringen.

Im Rahmen des Fachs „Politische Bildung“ legten die Schülerinnen und Schüler zuerst gemeinsam Aufgaben und Fähigkeiten fest, die eine Klassensprecherin oder ein Klassensprecher haben muss. Danach wurden die Kandidatinnen und Kandidaten nominiert – Namen alleine reichten aber nicht, die Vorschläge mussten auch begründet werden.

Förderung der politischen Bildung

Die Politikverdrossenheit steigt, die Wahlbeteiligung sinkt. In Vorarlbergs Schulen versucht man im Fach „Politische Bildung“ etwas dagegen zu tun.

Ein Ziel dieser Vorgehensweise ist es, dass die Jugendlichen erkennen, dass nicht die Beliebtheit in der Klasse ausschlaggebend ist, sondern die Eignung für diese Funktion. Die Wahl erfolgte nach dem Konsent-Prinzip. Das bedeutet, dass jener Vorschlag gilt, bei dem es keine schwerwiegenden Einsprüche mehr gibt.

Mehr zu den Angeboten von Lisa Praeg, Gyuri Bárány und Kolleg*innen zu Soziokratie in Schulen: https://www.kollaborationskultur.com/soziokratie-macht-schule