Dass unsere Welt komplex ist, wird niemand bezweifeln, der sich näher mit verschiedenen Phänomenen sowohl auf organisationaler als auch auf gesellschaftlicher Ebene befasst. In der Organisationsentwicklung gibt es für den Umgang mit Komplexität verschiedenste Ansätze und Modelle.
Fallstudie Armutskonferenz
Autorinnen: Michaela Moser und Judith Pühringer
Die Armutskonferenz ist ein aus über 40 Organisationen aufgebautes Netzwerk. Die Verbesserung der Lebenssituation von armutsbetroffenen Menschen steht im Mittelpunkt der (Zusammen-)arbeit der Akteur*innen. Seit 2014 findet die Soziokratie schrittweise Einzug in die Organisations- und Arbeitsweise der Armutskonferenz. Der Transformationsprozess wurde insbesondere durch Michaela Moser und Judith Pühringer eingeleitet und geprägt. Wesentliche Argument für die Einführung der Soziokratie waren die besser Verteilung des Arbeitsausmaßes und der Verantwortung sowie die stärkere Einbindung von Menschen mit Armutserfahrung in die Organisationseinheit.
Neugierig? Hier der ganze Bericht wie Soziokratie in diesem Verein eingeführt wurde und wie sie nun gelebt wird und wirkt: zum Download
Frank H. Baumann-Habersack ist Autoritätsforscher und Doktorand an der Universität Bremen. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit dem Thema Autorität im Kontext Führung im 21. Jahrhundert. Sein Buch „Mit transformativer Autorität in Führung“, Springer Gabler Verlag, 2021 ist aktuell in der 3. Auflage verfügbar.
Die 1. Ausgabe des Konsentspiels “Keep the Balance” wurde (Corona-bedingt etwas verspätet) Ende Februar an die Unterstützer*innen des Crowdfunding gesendet. Es war ein echtes Abenteuer, diese 500 vorbestellten Spiele selbst zu produzieren. Das Keep-the-Balance-Team, geleitet von Barbara Strauch, war voll im Einsatz. Wir wünschen allen viel Spaß beim spielerischen Erlernen der Konsentmoderation! Bei PIATNIK Wien wird nun die 2. Ausgabe beauftragt. Weitere 1000 Stück werden bis Sommer 2022 produziert. Hier kann bereits vorbestellt werden!
Ein Erfahrungsbericht von Till Riedmann, 25 Jahre alt, Soziokratie Zentrum Bodensee
Nach dem ich seit einiger Zeit im Soziokratie Zentrum Bodensee als Praktikant tätig bin, möchte ich die Gelegenheit hier nutzen, meine Erfahrungen aus meiner Teilnahme am Modul Eins der Gesprächsleiterausbildung zu teilen.
Die CSE-Ausbildung 2022 startet im Mai mit dem Modul 4-CSE. Interessent*innen treffen sich am 14. Januar online zur Orientierung und zum Kennenlernen der Lehrgangsleitung und den Teilnehmer*innen.
Nach einem Covid-bedingten Ausfall im Jahr 2021 startet dieses Jahr wieder eine Gruppe von Menschen mit der Ausbildung zum/zur Soziokratie Expert*in (CSE). Die Auftragslage unserer Absolvent*innen, ob frisch zertifiziert am Anfang ihrer Karriere stehend, oder bereits re-zertifiziert mit etlichen Jahren Berufserfahrung, entwickelt sich zunehmend gut. Immer mehr Organisationen wünschen sich diese professionelle Begleitung bei ihrer Organisationsentwicklung in Richtung partizipatives Management.
Wenn du bereits die Module 1 – 3 besucht hast, dich auf dem Weg zum Gesprächsleiter-Diplom befindest und die Soziokratie zu deinem Hauptberuf machen möchtest, dann melde dich gleich hier zum 14. Januar an.
Der Einstieg in die CSE-Ausbildung 2022 ist danach auch noch bis spätestens 15. April 2022 möglich.
Christian Rüther (CSE) begleitet mit einem internen Kollegen den Synodalkreis im Bistum Aachen dabei, gute Entscheidungen mit KonsenT zu fällen.
Hier ein Video mit vielen Erklärungen und Stimmen der Anwender*innen:
Danke fürs Teilen!
Christine Brandmeir und Brigitta Buomberger konnten im Oktober bzw. Dezember 2021 ihre Ausbildung zur zertifizierten Soziokratie Beraterin (CSE) erfolgreich abschließen.
Nachdem Christine Brandmeir im Frühling 2018 ihre Stelle als Referentin des Präsidenten bei Bioland e.V. in Augsburg angetreten hat, begann Bioland einen Prozess zur Entwicklung einer neuen Führungsstruktur. Bioland begann sich in diesem Zuge mit der Soziokratischen Kreismethode auseinander zu setzen. Inzwischen blickt Christine Brandmeir auf einen großen Erfahrungsschatz bei der Einführung der SKM in unterschiedlichen Bereichen der Organisation zurück. Bioland, einer der fünf großen Bio-Verbände Deutschlands, hat etwa 280 hauptberufliche Mitarbeitende. Die SKM ist dort dank Christine Brandmeir inzwischen soweit angekommen, dass nun auch der Betriebsrat begonnen hat, die Möglichkeiten der Methode als Mitbestimmungsmodell zu untersuchen.
Brigitta Buomberger, seit 15 Jahren Institutionsleiterin in einer schweizer Einrichtung für die Betreuung von Menschen mit einer Hirnverletzung (Haus Selun & Movero), hat schon 2017 begonnen, erste Schritte der SKM in ihrer Organisation einzuführen. Um bestens bei der Implementierung mitwirken zu können, hat Brigitta Buomberger 2018 die Interne SKM-Trainer-Ausbildung absolviert. Sie war anhaltend so begeistert von dem partizipativen Ansatz, dass sie 2019 beschloss, in die CSE-Ausbildung einzusteigen. Es ist ihr wichtig, dass die Soziokratie und deren Potenzial im schweizer Sozial- und Gesundheitsbereich und darüber hinaus immer besser bekannt und angewandt wird. Hier ein Erfahrungsbericht von Brigitta zu ihrem Weg zur CSE Zertifizierung.
Christine Brandmeir ist die zweite CSE im Soziokratie Zentrum Augsburg und auch Mitglied im “Kreis Qualität&Ausbildung” im Verband deutschsprachiger Soziokratie Zentren.
Mit Brigitta Buomberger steht auch dem Soziokratie Zentrum Schweiz eine zweite CSE zur Verfügung. Brigitta Buomberger übernimmt ab 1. Januar 2022 die Leitung im SoZeCH.
Wir gratulieren den beiden Kolleginnen zu ihrer erfolgreichen Zertifizierung sehr herzlich!
Der Film School Circles der jungen Filmemacher*innen Charlie Shread und Marianne Osório zeigt Szenen aus dem Alltag soziokratisch organisierter Schulen in den Niederlanden. Man bekommt nicht nur einen Eindruck, wie diese Kultur eine neue Art von Beziehung zwischen Lehrer*innen, Schüler*innen und Eltern ermöglicht, sondern auch eine Ahnung, wie damit verbunden auch eine neue Pädagogik funktionieren kann. Außerdem fasst der Film auch die vier Basisprinzipien der Soziokratie wunderbar zusammen und lässt zudem Gerard Endenburg, die Quelle der SKM, zu Wort kommen.
Das Soziokratie Zentrum Österreich hat eine unlimitierte Lizenz für nicht kommerzielle, öffentliche Vorführungen, bei Interesse eine Vorführung zu organisieren, bitte um Kontaktaufnahme: [email protected]
Trailer:
Amara von der Gemeinschaft Wandelhof in Gümmenen schreibt
Zum ersten Mal bin ich in einem Verein mit Soziokratie in Berührung gekommen, als ich Teil einer offenen Wahl war. Mich hat das Vorgehen fasziniert und ich wollte mehr über die Soziokratie erfahren. Bei Recherchen im Internet bin ich auf Kim Jana Degen gestossen und habe Sie für eine Online-Inputveranstaltung für unsere Gemeinschaft engagiert. Mir schien die Art der Organisation und Entscheidungsfindung ideal für eine Gruppe die sich als Gemeinschaft zusammenfindet und schon von Natur aus nicht die üblichen Hierarchiestufen hat. Über Kim Jana bin ich zum Soziokratie Zentrum Schweiz gekommen und habe mich für das erste Modul angemeldet. Obwohl es Online war, was ich eigentlich nicht mag, war es absolut super und ich habe viel gelernt. hier weiterlesen Wir haben dann auch in unserer Genossenschaft die offene Wahl des Vorstandes inkl. Präsidium ausprobiert, was wirklich eine tolle Erfahrung für die Gruppe war. Auch für Entscheidungsfindungen in herausfordernden Themen wie z.B. der Absegnung des Leitbildes in geschriebener Form oder der Organisation eines Festes probierten wir die Entscheidungsfindung im Konsent. Nach dem Modul 1 war für mich auch klar, dass ich noch mehr lernen wollte.
Im Modul 2 hat mir sehr gefallen, dass wir mit einer Kleingruppe ein konkretes, echtes Projekt bearbeiteten und so selber Erfahrungen sammeln konnten. Das hat mich total motiviert bei uns in der Gemeinschaft mehr davon einzubringen und es hat mir so gut gefallen, dass ich entschieden habe, die Ausbildung zur soziokratischen Gesprächsleiterin zu absolvieren. Ich habe auch gemerkt, dass es in einer Gruppe wichtig ist, dass sich mehrere Menschen der Gruppe konkret und vertieft mit der Soziokratie beschäftigen wollen, damit die neue Form richtig Fuss fassen kann. Dazu sehe ich auch die Notwendigkeit bei einer wirklichen Einführung der Organisationsform der Soziokratie eine externe Begleitung zur Unterstützung beizuziehen. Vorerst ist unsere Gruppe gerade noch nicht soweit. Ich habe jedoch nun den ersten Lernkreis besucht und merke, dass jede Begegnung mit der Soziokratie mein Verstehen vertieft. Die Ausbildung beim Soziokratie Zentrum Schweiz ist sehr praxisorientiert, konkrete Beispiele werden behandelt, der Austausch untereinander ist bereichernd und wertschätzend. Ich freue mich auf ein weiteres Eintauchen.
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