2. Prinzip: Die Kreisorganisation

Die Organisation verfügt über eine Struktur zur Beschlussfassung, die auf miteinander verbundenen Kreisen*) aufbaut. In diesen Kreisen regiert das Konsentprinzip. Diese Struktur umfasst alle TeilnehmerInnen der Organisation.

Jeder Kreis ist eine semi-autonome Einheit dem ein Teil der Verantwortung und Arbeit delegiert wird um das gemeinsame Ziel zu erreichen. Der Kreis hat sein Ziel als Existenzgrundlage und eine eigene Domäne, welche definiert wo der autonome Bereich beginnt und endet. Damit ist auch klar welche Entscheidungen der Kreis selbst treffen soll.

Kreise werden zu der bestehenden linearen Organisationsstruktur hinzugefügt oder lösen oft das Plenum in einer Vereinsstruktur ab. So entstehen die Abteilungskreise bzw. Arbeitskreise, ein Allgemeiner Kreis bzw. Koordinationskreis und ggf. ein sogenannter Topkreis.

Ein Kreis ist eine Gruppe, deren TeilnehmerInnen für die Verwirklichung eines gemeinsamen Zieles verantwortlich sind. Die Grundsatzentscheidungen darüber, wie dieses Ziel zu erreichen ist, finden mit Konsent im Kreis statt. Der Kreis delegiert an seine TeilnehmerInnen die Funktionen des dynamischen Prozesses – Leiten, Tun und Messen. Dadurch wird dynamisches Steuern ermöglicht.

Der Kreis sorgt für sein eigenes Erinnerungssystem (Logbuch) und eine fortlaufende Entwicklung seiner Mitglieder. Entwicklung und Lernen bedeuten hier mehr als die Schulung auf dem jeweiligen Fachgebiet; es geht auch um die Struktur von Entscheidungsfindungsprozessen und das ‘Produzieren von Organisation’. Zum Beispiel lernt man, wie man Einwände begründet vorbringen kann und wie Versammlungen ablaufen.

“Produzieren von Organisation” bezieht sich auf das Formulieren eines gemeinsamen Zieles und das Aufstellen eines Zielverwirklichungsprozesses.

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*) ja, die Soziokratie stellt Kreise oft als Dreiecke dar, um die drei Funktionen des Regelkreises zu verdeutlichen – LEITEN, TUN, MESSEN